21.05.2009
Händisch
Ich habe die letzten Tage mit Nähen verbracht und gestern Abend angefangen, mit meiner Super-Nanny-Freundin T. endlich Fabis Waldorfpuppe zu basteln. T. ist, neben einer Reihe anderer kinderfreundlichen Ausbildungen, auch Waldorfpädagogin, so dass sie mir zum Geburtstag die Zutaten für die Puppe nebst ihrer Zeit geschenkt hat, dieselbige mit mir zu basteln – bzw. bastelt sie für ihren Sohn Clemens und ich für Fabi. Ein sehr wertvolles und persönliches Geschenk, wie ich finde.Nachdem ich einen Großteil meiner Kindheit und Jugend lesend, am Computer und musizierend verbracht habe, ist bei mir der Handarbeitsfunke erst recht spät übergesprungen. Angefangen hats mit Stickbildern im Kreuzstich, das Nähfieber hat mich hingegen erst kürzlich gepackt. Beim Stricken steht mir mein Perfektionismus zu sehr im Weg, da ribbel ich immer wieder auf, wenn nicht alle Maschen identisch aussehen. Außerdem nähe ich sehr fest und brauche daher ohnehin schon dreimal soviele Maschen wie Ottonormalstricker. Das Nähen ist jedenfalls momentan ein großer Ausgleich für mich und das Surren der Nadel meiner Maschine ein wirklich meditatives Geräusch. Die Erfahrung, gestern auf’s komplett “Händische” beschränkt zu sein – Maschinen haben in der Waldorfpädagogik nichts verloren – hatte dabei eine ganz besondere Dimension. Und so gab es neben vielen netten Gesprächen auch jene wertvolle Momente der Stille, die man nur dann genießen kann, wenn man sich unter Freunden weiß. Vielen Dank T., es war ein wirklich wundervoller Abend.


