Mama

Wehmut

Der Fabi wächst und entwickelt sich – in rapiden Schritten. Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, nicht Mutter gewesen sein und ohne meiner Kleinfamilie gelebt zu haben. Er hilft mit – er bringt mir meine Schuhe, wenn er vor die Tür gehen will, er versucht sich selbst anzuziehen, er spricht alles nach und erzählt und erzählt und erzählt. Neulich kam er glatt aus dem Haus in den Garten gerannt, um uns zu benachrichtigen, dass das Telefon geklingelt hat und wir es nicht gehört haben. Ich bin jeden Tag aufs Neue überrascht, was er alles mitbekommt. Nie hab ich sie früher verstanden, die Eltern, die jeden Schritt von ihrem Kind so bewundert haben, dass sie ihn mir mit leuchtenden Augen erzählt haben und heute könnte ich stundenlang das selbe tun. Er ist einfach meine kleine, große Liebe.

Heute haben wir sein Zimmer und sein Spieleck im Wohnzimmer umgeräumt. Dabei mussten wieder Sachen weichen, die er nicht mehr benötigt, so z.B. der Aufsatz zum Wickeln seiner Wickelkommode. Den haben wir monatelang nur den Gästen zur Verfügung gestellt, weil wir Fabi nur noch im Stehen wickeln. Gleichzeitig hat echtes Kleinkindspielzeug endlich seinen Platz gefunden. Überhaupt spielt er inzwischen ganz anders, er bekocht uns, er geht einkaufen, die Zeit der Rollenspiele hat Einzug gefunden. Es ist so unglaublich, wie schnell das ging. Wenn ich mir überlege, wie oft ich die ersten Monate überfordert gejammert habe und wie ich mich jetzt auf einmal im Zeitraffer schnellen Strudel der Entwicklung unseres Kindes befinde. Bitte, zieh noch nicht aus, Fabi, bleib noch ein paar Jahre mein kleiner Junge.

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